Differenzdruckmethode

Bei der Differenzdruckmethode  wird der Überwachungsraum mit einem Überdruck oder Unterdruck beaufschlagt. Kommt es zu einer Leckage, so gelangt beim Überdruckverfahren das Überwachungsmedium (Gas oder Flüssigkeit) in das Innenrohr. Der damit verbundene Druckabfall im Überwachungsraum bewirkt einen Alarm über einen Differenzdrucksensor.

Beim Unterdruckverfahren kommt es durch eine Leckage  zu einem Druckanstieg im Überwachungsraum, der wie beim Überdruckverfahren registriert wird und zu einem Alarm führt.

Die Differenzdruckmethode eignet sich besonders für eine Leckageüberwachung erdverlegter doppelwandiger Rohrsysteme, bei der auch das Außenrohr einzubeziehen ist (d. h. eine Leckage haben kann). Der im Überwachungsraum herrschende Über- oder Unterdruck muss gegenüber dem Betriebsdruck im Innenrohr mittels einer Differenzdruckmessung permanent kontrolliert werden. Da der Innendruck im Überwachungsraum durch temperaturbedingte Volumenänderungen des Rohrsystems u. U. nicht konstant bleibt, muss durch geeignete Einrichtungen für eine gleitende Druckanpassung gesorgt werden. Erst die über einen Grenzwert hinausgehende Druckänderung darf einen optischen und akustischen Alarm auslösen.

Die Überwachung des Ringraumes mittels Überdruck führt bei Stillstand des Rohrleitungssystems zu erhöhten Belastungen des Innenrohres. In Abhängigkeit zur Rohrwandtemperatur kann es bei Kunststoffen mit geringer Steifigkeit (niedriger E-Modul) zum Beulen des Innenrohres kommen. Aufgrund der geringeren Belastung für das Innenrohr ist deshalb die Unterdrucküberwachung vorzuziehen. Der zulässige Differenzdruck im Überwachungsraum ist im Rahmen der Doppelwandigen Rohrberechnung nachzuweisen.